MPS(=Multiple Persönlichkeitsstrung)~ DIS(=Dissoziative Identitätsstörung)

 

In Deutschland gibt es schätzungsweise 40.000 Frauen und Männer, die multiple Persönlichkeiten entwickelt haben. Auch wenn die Angaben nicht alle gleich sind: die treffendste Schätzung des Auftretens von MPS ist die, dass ungefähr 1% der Bevölkerung davon betroffen ist. Das würde bedeuten, dass alleine in den USA mindestens 2.000.000 Menschen betroffen sind.

Was ist MPS?
MPS ist eine Überlebenstaktik. Sie ist der kreative Versuch schwersttraumatisierter Kinder, sich selbst vor dem Trauma und dem Missbrauch zu schätzen (z. B.: "Das alles passiert gar nicht mir"). Das "Abtrennen" von Traumata wird durch das dissoziieren (abblocken, verdrängen) dieser Kinder zu "separaten Persönlichkeiten/Anteilen in oder neben ihrem einzigen Ich". Nur Kinder haben die ausreichende Flexibilität (und Verwundbarkeit), um sich an die Traumata so anzupassen, dass sie Innenpersonen erschaffen. Der Begriff "Dissoziative Identitätsstörung" beinhaltet schon die Grundannahme zur Entstehung dieser Erkrankung: Dissoziieren bedeutet trennen, auflösen. Dissoziation bezeichnet den Prozess, in dem Teile des Erlebten von anderen inhaltlich getrennt werden, wenn das Erlebte ein Übermass an Angst, Schmerz oder Trauer verursacht. Es ist ein sehr dicker Schutzmantel. Dem Kind wird ermöglicht als eine der Personen, denen nichts passiert ein mehr oder weniger normales Leben zu führen. Die unerträglichen Erinnerungen an die Geschehnisse sind so nicht ständig präsent. Die Fähigkeit zu spalten, wird zu einer Lebensstrategie. Meist gibt es eine Hauptperson und mehere Unterpersonen, die aber alle verschiedene Bedürfnisse und Gefühle haben. Es wurde festgestellt, dass 96% aller Betroffenen, die an einer Dissoziativen Identitätsstörung leiden, in frühster Kindheit (meist vor dem 5. Lebensjahr) fortgesetzt sexuellem oder körperlichem Missbrauch ausgesetzt waren oder stark vernachlässigt wurden, bis hin zur Verwahrlosung. Bei 80% dieser Patienten liessen sich alle drei Formen der Traumatisierung nachweisen. In besonders gravierenden Fällen waren die Kinder Opfer rituellen Missbrauchs im Rahmen von Sekten oder Kulten. Bei den übrigen 4% fand sich, dass die Betroffenen als Kinder während einer Operation aus der Narkose aufgewacht waren. Bei diesen Patienten ist die Erkrankung meist weniger stark ausgeprägt und es finden sich weniger Teilidentitäten.


Wie entsteht MPS?

MPS entsteht in der Kindheit, meist zwischen dem dritten und dem neunten Lebensjahr. Es gibt jugendlichen Diabetes und Diabetes, der im Erwachsenenalter beginnt, aber es gibt keine MPS, die im Erwachsenenalter beginnt. Nur Kinder haben die ausreichende Flexibilität (und die Verwundbarkeit) auf die Traumata so zu reagieren, dass sie ihr "noch vereinigtes" Selbst in unterschiedliche, dissoziierte Teile auseinanderbrechen. Erwachsene haben nicht die Kapazitäten um sich mit der Erschaffung von Innenpersonen an ein Trauma anzupassen. (Davon ausgenommen sind Erwachsene die in ihrer Kindheit multipel wurden und die als Erwachsene weiterhin neue Innenpersonen ausbilden.) Multiple Persönlichkeiten entstehen bei schweren traumatischen Erlebnissen, insbesondere Missbrauch in den ersten Lebensjahren. Es ist eine todesnahe Erfahrung. Die Qualen sind so groß, dass ein Kind alleine dies nicht aushalten kann und deshalb "dissoziiert" also sich aufspaltet. Es kann sein, dass man das Geschehen von außen sieht und dann verschwindet. Man kann sich an die Ereignisse nicht mehr erinnern, weil dann eine andere Person kam. In einer Notsituation kommt dann entweder eine schon vorhandene Person oder es kommt eine neue. Grundlage der Entstehung einer Dissoziativen Identitätsstörung ist also das Erleben eines schweren Traumas in der frühen Kindheit. Es wird angenommen, dass schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Aufspaltung in verschiedene Persönlichkeitsanteile beginnt: Ein Kind erlebt fortgesetzt Gefahr und Erniedrigung, denen es nicht entfliehen kann. Auch kann es nicht um Hilfe rufen, denn meist ist es ein naher Angehöriger, der ihm dieses Leid zufügt und es wurde ihm gedroht, nichts von den Erlebnissen zu erzählen. Um nun diese Situation Überstehen zu können, wird es einen Mechanismus entwickeln, um dem Schmerz zu entfliehen: Das reale Geschehen wird vom Bewusstsein abgetrennt; das Kind "denkt" sich aus der Situation hinaus. Dieser Prozess geschieht unbewusst und kann von den Betroffenen nicht gesteuert werden. Um die wiederholte Traumatisierung überstehen zu können, spalten die Betroffenen sich in zwei oder mehr Identitäten auf: Jede übernimmt bestimmte Funktionen in den jeweiligen Situationen und kann in einer ähnlichen Situation wieder zum Vorschein kommen. Grundvoraussetzung für die Abspaltung von Teilidentitäten ist die psychobiologische Fähigkeit zur Dissoziation, die insbesondere bei Kindern stark ausgeprägt ist: In besonders bedrohlichen Situationen wird die Informationsweiterleitung im Gehirn z.T. blockiert. Zum Schutz der Person arbeiten einige Hirnregionen nicht weiter - so wird der Betroffene auch vor Erinnerungen an die belastende Situation geschätzt. Dieser Schutzmechanismus funktioniert aber nicht vollständig, so dass später auch scheinbar neutrale Reize (z.B. die gleiche Tapete wie im Kinderzimmer) einschießende Gedanken hervorrufen können, die an die belastenden Erlebnisse erinnern. Die Dissoziation läst im System der Teilpersönlichkeiten bei vielen Betroffenen einen großen inneren Druck aus. Häufig wird dann selbstverletzendes Verhalten eingesetzt, um diesen Druck abzubauen und den Kontakt zur Realität wieder herzustellen.

Grund für MPS
Solange man als kleines Kind im Umfeld der Täter ist, sich nicht wehren kann, ermöglicht MPS das überleben. Aber bereits im Grundschulalter, wo sich das Opfer an Lehrer oder andere Vertrauenspersonen wenden könnte verhindern die inneren Abläufe in einem "MPS-System" dass Informationen nach Außen gelangen. So wird das Leiden unnötig verlängert. Später, wenn die Person erwachsen ist, können einzelne Innenpersonen den Kontakt zu den Tätern aufrecht erhalten, auch wenn nun eigentlich die räumliche Distanz für Sicherheit sorgen könnte.


Probleme mit MPS

Durch die unterschiedlichen Personen gibt es aber auch viele Alltagsprobleme, da jede Person, die nach draußen gelangt, versucht ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen. z.B.: Eine möchte eine Berufsausbildung machen, eine andere bricht sie ab. Eine hat einen Freundeskreis, eine andere sorgt durch ihr Verhalten dafür, dass diese Kontakte abbrechen. Es sind vollkommen andere Personen, die nicht gesteuert oder kontroliert werden können. Jede Person hat ihre eigenen Erinnerungen, Bedürfnisse und Wünsche. Mit der Zeit entsteht ein System von Teilpersönlichkeiten, die alle ihre Aufgaben haben: So entstehen z.B. Helferpersönlichkeiten, die versuchen den Betroffenen zu schätzen, indem Situationen vermieden werden, in denen ein Missbrauch stattfinden könnte. Andere Teilpersönlichkeiten können z.B. dafür sorgen, dass der Betroffene mit den Anforderungen in der Schule zurechtkommt. Die Aufspaltung ist ein fortschreitender Prozess: Wurde die Dissoziation als Erleichterung empfunden, gelingt die Aufspaltung bei späteren Traumatisierungen immer leichter. Innerhalb einer Situation können sich dann mehrere Teilidentitäten in ihrer Präsenz ablösen, um so dass Leiden zu verteilen. Dieser vom Kind unbewusst angewendete Schutzmechanismus dient dazu, das zugefügte Leiden psychisch überleben zu können. Im Erwachsenenalter wird diese Überlebensstrategie aber zu einer Belastung für die Betroffenen, da es sie in der Alltagsbewältigung behindert.

    Multiple haben Zeitlücken, leiden unter Alpträumen und traumatischen Rückerinnerungen sog. Flashbacks (vor ihrem inneren Auge erscheinen blitzartig Gewaltsituationen, diese sind jedoch meist nicht mit dem Sprachzentrum im Gehirn verbunden, so dass es schwer ist davon zu berichten). Man hört Stimmen und bekommt Angst verrückt zu sein.

Die Geschichte von MPS

MPS kann man bis zu den Höhlenaufzeichnungen zurückverfolgen. Auch die Frauen die im Mittelalter als Hexen verbrannt wurden, Schamanen und die Besessenheits-Phänomene werden mit multiple Persönlichkeiten in Verbindung gebracht. Zwischen 1880 und 1920 gab es eine Zeit verstärkten Interesses am Studium der dissoziativen Störung und multipler Persönlichkeiten. Durch Freuds Einfluss wurde das Intresse an den Studien wieder geringer, da er die Erzählungen von sexuellem Missbrauch für Phantasie oder für ein subtile Wunschgedanken hielt. Das Studium von dissoziativen Störungen und multiplen Persönlichkeiten wurde erst wieder 1970 aufgenommen. 1980 wurde die dissoziative Störungen in das internationale Diagnostik-Handbuch für psychische Störungen aufgenommen. Es wurden eine Reihe standardisierter Testfragen und Fragebogen entwickelt, um dissoziative Störungen und MPS genau erfassen und von anderen Störungen abgrenzen zu können. Für viele Beobachter ist MPS ein faszinierendes, exotisches und unheimliches Phänomen. Für den Patienten ist es verwirrend, unangenehm, manchmal erschreckend und eine ständige Quelle von unerwarteten Dingen. Die Behandlung von MPS ist schmerzhaft und unangenehm für den Patienten. Die abgespaltenen Traumata und Erinnerungen müssen angeschaut, erlebt, umgewandelt und in die Sicht des Patienten über sich selbst integriert werden. Auch muss die betroffene Person das Wesen der Eltern, die Beschaffenheit des Lebens und der alltäglichen Welt neu durchdenken. Wenn jede Innenperson sein oder ihr Trauma umgewandelt hat, dann kann die jeweilige Innenperson ihr Abgespaltensein aufgeben und sich zurück integrieren (weil diese Innenperson nicht länger gebraucht wird, um ein nicht verarbeitetes Trauma zu einzuschließen). Die Heilung von MPS und von den Kindheitstraumata dauert in der Regel etwa fünf bis fünfzehn Jahre. Es ist ein langer Prozess, der sich aber lohnt. Heilung passiert tatsächlich, also bleib dran und gib nicht auf.

 


Weiter Fragen zu MPS/DIS


Wo liegt der Unterschied zwischen MPS und Schizophrenie?

Dass DIS das selbe ist wie Schizophrenie ist ein weit verbreiteter Irrtum. DIS hat weder was mit Borderline, noch was mit Schizophrenie zu tun. Doch wo liegt der Unterschied? Wenn ein Mensch schizophren ist, ist nur er davon beroffen. Bei Multiplen kann es aber auch vorkommen, dass eine Person von vielen schizophren wird oder an Borderline leidet etc. Zudem sind die Symptome der Schizophrenie vollkommen andere als die bei DIS/DSNNS. Schizophrene Menschen haben eine gestörte Sinneswahrnehmung, Halluzianationen, Wahnvorstellungen, Verfolgungswahn... sind aber nur eine Persönlichkeit.

Dass Schizophrene unter Persönlichkeitsspaltung leiden ist auch nicht ganz korrekt; meistens lässt sich eine Person in "Gut" und "Böse" unterteilen, und diese beiden Seiten (Gut und Böse) werden von dem Schizophrenen zu eigenen Personen geformt, in deren Rollen er unbewusst schlüpft und sie auslebt. Außerdem wird sehr oft berichtet, dass Schizophrene Stimmen von "außen" hören, während Multiple Stimmen hören, die von "innen" kommen, also ihren Ursprung schließlich im eigenen Körper finden.

MPS ist also NICHT Schizophrenie! Die meisten Leute denken, dass Schizophrenie "gespaltene Persönlichkeit" bedeutet. Tatsächlich ist dies völlig unzutreffend. Nicht Schizophrenie bedeutet "aufgespaltene Persönlichkeit", sondern MPS.

Schizophrenie ist eine chronische Form der Psychose, die auf einer biochemischen/genetischen Störung des Gehirns beruht. SCHIZOPHRENE HABEN KEINE ANDEREN PERSÖNLICHKEITEN. Schizophrenie wird nicht durch Traumata ausgelöst, und bringt auch nicht Amnesien und Flashbacks mit sich. Multiple hören Stimmen in ihrem Innern. Schizophrene hören Stimmen, die von außen her kommen.

Ist MPS nicht einfach nur eine Art, um Aufmerksamkeit zu erregen?
Es wird oft angenommen, dass MPS/DIS vorgetäuscht wird und eine bizarre Form von "Spielverhalten" ist, welches von manipulierenden und nach Aufmerksamkeit heischenden Personen ausagiert wird. Das ist es nicht. MPS ist eine "versteckte Störung". 80-90 % der PatientInnen haben keinerlei Anhaltspunkte, dass sie multipel sind. Die meisten wissen, dass da etwas mit ihnen nicht stimmt; viele befürchten, dass sie verrückt sind - aber nur wenige wissen, dass sie multipel sind.

Ist MPS/DIS nicht nur eine Übertreibung der verschiedenen Teile unserer Persönlichkeit; sind wir nicht alle ein bisschen multipel?
Ja, wir haben alle unterschiedliche Aspekte in unseren Persönlichkeiten. Nein, MPS/DIS ist nicht "nur eine besondere Ausgeprägtheit" dieser Teile. Ein Aspekt einer Persönlichkeit wird nicht die Kreditkarte benutzen und sich dann nicht mehr daran erinnern.

Wieviel Innenpersonen gibt es?
Die Anzahl der Innenpersonen kann aus drei Faktoren heraus erklärt werden:
1) die Schwere der Traumata;
2) wie lange die Traumata angedauert haben;
3) das Mass der Verwundbarkeit des Kindes.

Demnach wird eine Multiple Persönlichkeit, die im Alter zwischen 7 und 10 ein halbes dutzend Mal von einem entfernten Verwandten missbraucht worden ist, weit weniger Innenpersonen haben als eine Multiple Persönlichkeit, die von beiden Eltern während der gesamten Kindheit bis zum 16. Lebensjahr schwer körperlich, sexuell und emotional missbraucht worden ist. Die letztgenannte Person könnte tatsächlich ziemlich leicht auf eine Anzahl von 30 bis 50 (oder mehr) Innenpersonen kommen; sogar bis zu Hunderten von Personen sind möglich. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass jede Person verschieden ist, und so kann es einige Leute geben, die nicht so viel Missbrauch erlitten haben und dennoch viele Innenpersonen haben oder auch Leute, die sehr viel Missbrauch erlebt haben und nicht ganz so viele Innenpersonen haben.

Wie kann eine Person so viele unterschiedliche Innenpersonen bei sich haben? Wie würdest Du die Unterschiede zwischen den einzelnen erklären?
MPS ist ein irreführender Begriff - "Dissoziierte-Selbst-Störung" wäre vielleicht ein besseres Wort. Es gibt nur ein Selbst, das in multiple Teile dissoziiert ist. Durch den Begriff MPS ist man geneigt, diesen als "Multiple-Selbst-Störung" misszuverstehen. Tatsächlich ist da nur ein Selbst, wie sehr aufgeteilt oder dissoziiert dieses auch immer sein mag. normalerweise sind nur 3 bis 6 Alter/Innenpersonen im Alltag besonders aktiv (die z. Bsp. die volle ausübende Kontrolle haben). Die restlichen der Innenpersonen sind relativ ruhig (oft sogar über einen langen Zeitraum schlafend). ES IST KEINE VORAUSSETZUNG, DASS VERSCHIEDENE INNENPERSONEN FÜR EINEN BEOBACHTER ALS VERSCHIEDEN ZU ERKENNEN SIND. Das einzige, was notwendig ist, ist dass jede der Personen die grundlegende Funktion einer Innenperson ausfällt - und die ist, die Hostpersönlichkeit zu schätzen. Und zwar davor, etwas über die Traumata zu wissen, und auch davor, diese erleben zu müssen. Diese Aufgabe wird durch die dissoziative Barrieren oder amnestische Mauern erfüllt. Folglich ist es denkbar, dass eine Multiple Persönlichkeit Dutzende von Innenpersonen hat, die alle gleich aussehen, die aber trotzdem die Funktion ausfüllen, Traumata vor der Hostperson abzuschotten (und sie unter vielen Innenpersonen aufzusplittern). Die Antworten auf die obigen Fragen können nun leichter im Licht der grundlegenden Aufgabe einer Innenperson verstanden werden. Wenn der Grund des Daseins von Innenpersonen der ist, Traumata von der Hostpersönlichkeit abzukapseln, damit diese fähig ist, weiterhin zu funktionieren ohne überflutet zu werden, dann können auch zusätzliche Innenpersonen geschaffen werden, die helfen das Trauma einzuschließen. Es ist weder erforderlich dass diese neuen Innenpersonen unterschiedlich aussehen, noch ist es nötig, dass sie alle zur selben Zeit aktiv sind; es ist nur notwendig, dass sie ihre Arbeit tun (die, das Trauma des Missbrauchs abzukapseln).

Was für "Arten" von Innenpersonen können vorkommen?
Ich möchte an dieser Stelle kurz erwähnen, dass, genausowenig wie eine einzelne Person einer anderen Einzelperson gleicht, es auch keine zwei Multiplen gibt, die die selbe Zusammensetzung von Innenpersonen haben. (Multiple nennen die Gemeinschaft von inneren Familienmitgliedern/Innenpersonen eine Familie/ein System). Jede/r Multi (ein Spitzname für jemanden mit MPS) hat eine unterschiedliche Geschichte, und genauso ist es mit jedem Familienmitglied/jeder Innenperson innerhalb eines multiplen Systems. Was folgt ist nur eine Liste der Innenpersonen, die am häufigsten vorkommen können. Manche Familien/Systeme haben eventuell nicht alle der im folgenden aufgeführten Personen bei sich, oder eben auch welche bei sich, die unten nicht aufgeschrieben wurden. Die Familienmitglieder/Innenpersonen die bei einer multiplen Persönlichkeit meistens vorkommen sind:

Kernpersönlichkeit: Fast alle Familien/Systeme haben eine Kernperson. Normalerweise ist diese Person das "erstgeborene Kind", das bei der ersten Missbrauchshandlung, welche die erste Alterpersönlichkeit erzeugt hat, verschwunden ist.

Hostpersönlichkeit: Normalerweise verängstigt, depressiv und ohne Anhaltspunkt, dass sie/er multipel sein könnte.

Beschützer: Starke, ärgerliche Familienmitglieder/Alter, von denen manche die Verantwortung tragen, für die Sicherheit der Kindpersönlichkeiten zu sorgen. Andere haben die Aufgabe, das Geheimnis des Missbrauchs zu bewahren.

Innerer Selbst-Helfer (ISH): Weiß vieles über die innere Familie/das System, und möchte allen helfen, Verbesserungen für das gesamte System zu erreichen. Manchmal haben sie sehr viele Informationen über die einzelnen Familienmitglieder/Alterpersonen. Und sie sind normalerweise eine große Hilfe im therapeutischen Prozess.

Fragmente: Nicht voll ausgebildete Alter-Persönlichkeiten. Sie haben nur ein oder zwei Erinnerungen an bestimmte Missbrauchssituationen.

Kinder: Sind in jedem Alter zu finden, vom Baby bis zu ca. 8 Jahren. Kindpersönlichkeiten verhalten sich wie Kinder. Sie wollen spielen, malen und Cartoons anschauen. Diejenigen, die Missbrauch erlitten haben sind oft destruktiv und depressiv.

Pre-teen: Sind im Alter zwischen 9-11.

Teenager: Mitglieder/Alterpersonen die zwischen 12 und 18 Jahren alt sind. Sie sind typische Teenis, kauen Kaugummi, hören laute Musik, möchten gern auf Parties gehen und mit anderen Teenis herumhängen.

Erwachsene: Mitglieder/Alterpersonen in der Familie/im System, die älter als 18 Jahre alt sind. Sie sind sehr individualistisch und haben meist Fähigkeiten, die die Hostperson nicht hat.

Innerhalb der Gruppen der Kinder, Pre-teens, Teenis und Erwachsenen können auch Untergruppen vorhanden sein, in denen sich folgende Persönlichkeiten befinden können:

Künstlerische/Musische: Mitglieder/Alterpersonen, die Freude an der Beschäftigung mit Musik und Kunst haben. Oft gestalten sie schöne Kunstwerke, wobei die Hostperson keine Ahnung hat, woher diese kommen. Auch hat der/die Host selber nicht das Talent, jemals etwas in dieser Art zu schaffen.

Gegengeschlechtliche:
Mitglieder/Alterpersonen, die das dem Körper entgegengesetzte Geschlecht haben. Sie haben eventuell eine andere sexuelle Orientierung als die Hostpersönlichkeit.

Verschiedene Hautfarben: Mitglieder/Alter die einer anderen Rasse angehören, als die, zu der der Körper gehört.

Alterpersonen, die Tiere o. ä. sind:
Jede Art von Tieren, aber hauptsächlich mächtige Kämpfer, geboren um zu schätzen (z. B. Wölfe oder Werwölfe, Drachen, Tiger, Vampire usw.).

Unbelebte Mitglieder/Alter:
Objekte ohne jegliche Gefühle, die nicht sehen, hören oder sprechen (z. B. Felsen, Bäume, Mauern).

Wie sehr ist eine Person mit MPS/DIS beeinträchtigt?
Der Grad der Schädigung bei verschiedenen Personen mit MPS kann am besten mit den Schädigungen, die auf Alkoholismus zurückzuführen sind verglichen werden. Beeinträchtigungen durch Alkoholkonsum kann a) die unterschiedlichsten Leute treffen, vom gesellschaftlichen Außenseiter, bis hin zum gut funktionierenden Senator, Kongressabgeordneten oder Firmchenchef und b) wechselt der Alkoholkonsum in verschiedenen Lebensabschnitten, wobei jede Form vorkommen kann. Mit MPS ist es sehr ähnlich. Es gibt einige Multiple, die ständige Psychiatrie-Patienten sind. Wieder andere landen aufgrund von selbstzerstörerischem Verhalten immer wieder in der Klinik. Und es gibt viele mehr, die Kinder aufziehen, zur Arbeit gehen, und die eventuell sogar sehr gut funktionierende Richter, Ärzte oder Psychotherapeuten sind.

Wie lange wird das andauern? Wird es von selber weggehen?
Eine Person die multipel ist wird multipel BLEIBEN, bis sie erfolgreich behandelt worden ist. Ungefähr 90 % der Multiplen sind sich ihres multipelseins überhaupt nicht bewusst. Die Symptome von MPS nehmen zu und wieder ab. Mit einer Person die multipel ist, kann viele Jahre alles in Ordnung sein. Und dann beginnt sie auf einmal starke Symptome zu zeigen - die normalerweise durch Flashbacks an die früheren Traumata ausgelöst werden. MPS/DIS ist behandelbar, aber es geht nicht einfach so von selber weg.

 



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